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Bestell-Nr.
9076-A2011-163

Beschreibung

Silbermedaille aus der Weltmeisterschaft von 1954 in Bern mit dazugehörendem Wimpel "CHAMPION DU MONDE DE FOOTBALL 1954" aus dem Besitz des ungarischen Nationalspielers László Budai II. Schätzung 4'000.- bis 6'000.-

Eine numismatische Reliquie des Wunders von Bern
Im Auktionshaus Rapp in Wil wird eine numismatische Reliquie eines sporthistorischen Ereignisses versteigert, an das sich heute noch ganz Deutschland erinnert. Am 4. Juli 1954 besiegte im Berner Wankdorf-Stadion die deutsche Nationalmannschaft die hoch favorisierten Ungarn 2:3. Dieser unerwartete Sieg wird gelegentlich als der Beginn des deutschen Wirtschaftswunders bezeichnet, weil die Freudenstürme, die er in Deutschland auslöste, die Resignation der Nachkriegszeit beendeten. Die beiden Medaillen, die bei Rapp angeboten werden, stammen aus dem Besitz László Budais II, einem Stammspieler der ungarischen Nationalmannschaft, die als die «Goldene Elf» bezeichnet wird. Sie zeugen von einem Höhenflug des ungarischen Fussballs, wie er seitdem nie wieder erreicht wurde.

«Windhund» Horst Eckel, 1954 Stürmer der deutschen Nationalmannschaft, schildert die Erfolge der Magyaren folgendermassen:
«Die ungarische Nationalmannschaft der 50er Jahre rund um Kapitän Ferenc Puskás formte sich zu einer der besten Fussballmannschaften, die es je gab. Zu unserer Zeit war es in jedem Fall, wenn man alle Spiele betrachtet und die Gesamtleistung bewertet, die beste Fussball-Mannschaft der Welt. Sie wurde zu Recht mit dem Beinamen «Goldene Mannschaft» bezeichnet. Auch heute noch ist sie vielen Fussballfans namentlich bekannt.

Die Serie begann am 4. Juni 1950, als sie in Warschau Polen mit 5:2 besiegten. Den erstengrossen Titel feierte diese sogenannte Wunderelf 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki, als man im Finale Jugoslawien mit 2:0 besiegen und somit die Goldmedaille gewinnen konnte. Den nächsten Erfolg verbuchten sie 1953, als sie den seit 1948 ausgetragenen Europapokal der Fussball-Nationalmannschaften gewannen. Der Europapokal war ein Vorläufer der Fussball-Europameisterschaft, an dem neben Ungarn Italien, Österreich, die Schweiz und die Tschechoslowakei teilnahmen. Das entscheidende letzte Spiel wurde am 17. Mai 1953 in Rom vor 80.000 Zuschauern mit 3:0 gegen Italien gewonnen. Puskás war mit zehn Toren Torschützenkönig des Wettbewerbs.

Am 25. November 1953 folgte dann das vielleicht spektakulärste Spiel der Goldenen Elf, das man bald nur noch das Jahrhundertspiel oder einfach nur Das 6:3 nannte. Ungarn traf im Wembley-Stadion auf die bis zu diesem Zeitpunkt in Heimspielen noch ungeschlagenen Engländer. Das Ergebnis war ein überlegener 6:3-Sieg. Die Ungarn zeigten begeisternden Offensiv-Fussball und eine 4-2-4-Aufstellung, die als revolutionär für die damalige Zeit galt. Das Spielsystem der Goldenen Elf war aber meist ein 3-2-5, also mit fünf Stürmern.

Die ungarische Nationalmannschaft reiste schliesslich 1954 als Favorit zur Weltmeisterschaft in die Schweiz. Die Gruppenphase wurde problemlos überstanden, im zweiten Spiel Deutschland mit 8:3 deklassiert. Im Viertelfinale besiegte man Vizeweltmeister Brasilien, im Halbfinale Weltmeister Uruguay jeweils mit 4:2. Im Endspiel in Bern traf man erneut auf die deutsche Mannschaft. In einem dramatischen Finale verloren die Ungarn völlig überraschend nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3. Dies war die erste Niederlage der Goldenen Elf seit über vier Jahren. Sie löste in ganz Ungarn Enttäuschung und Verbitterung aus. Dennoch begann die Elf einen erneuten Siegeslauf, der sich bis 1956 fortsetzt, als man gegen die Türkei verlor.»

Olympische Goldmedaille von 1952 in Helsinki und Silbermedaille der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern (Los 163) des früheren ungarischen Fussball-Nationalspielers László Budai II.

Gilbert Gress: Starkes Symbol
Der bekannte ehemalige Bundesliga-Trainer und heutige Sportkommentator des Schweizer Fernsehens Gilbert Gress spricht bei einer derartigen Medaille von einem «starken Symbol». Zwar gebe es noch bedeutendere Spieler als Budai II, doch könne er sich vorstellen, dass Fussballbegeisterte daran durchaus ein Interesse haben könnten. Er habe noch nie von derartigen Medaillen-Versteigerungen gehört und sei gespannt auf die Resonanz von Sammlern mit einer besonderen Nähe zu den Ereignissen rund um diese Medaillen. Es seien auch schon andere Trophäen oder Trikots unter den Hammer gekommen. Er selber habe den WM-Final 1954 in einer Gaststätte in Strassburg gesehen: «Sie war völlig überfüllt. Wenn man das ein paar Jahre nach dem Krieg erleben durfte, war das schon so etwas wie das Spiel des Jahrhunderts.»

Bernard Thurnheer: Faszinierende Zeit
Auch der bekannte Schweizer Sportkommentator Bernard Thurnheer hat noch nie von einer solchen Versteigerung gehört. Auch wenn die Medaillen von Budai II nur ein Teil der damals verteilten Medaillen an die Mannschaft sind, so hätten sie doch eine bestimmte historische Bedeutung – letztlich sei er Teil des damaligen ungarischen Wunderteams gewesen, und das zähle mit Blick auf die bewegte Geschichte. Den grössten Reiz vermutet Thurnheer «am ehest162en bei Fans, also wohl in Ungarn oder bei Fussball-Fans, die eigene Sammlungen haben oder kleine Museen.» Thurnheer spricht von einer sportlich gesehen faszinierenden Zeit: «Ich bin gespannt, wer diese mit Hilfe der ungarischen Medaillen nochmals hochleben lassen will!»

Horst Eckel, Fussball-Weltmeister 1954 mit der deutschen Nationalmannschaft:
«Starkes Stück Fussballgeschichte»
«Die Medaillen dokumentieren ein starkes Stück Fussballgeschichte und sind zwei Dokumente einer einzigartigen Mannschaft, die nur wenige Male besiegt wurde. Uns ist es in einem sagenhaften Spiel 1954 gelungen. Aufgrund der zahlreichen Begegnungen unserer Mannschaft mit den ungarischen Spielern ist eine enge Partnerschaft entstanden. Diese Partnerschaft wird von unserer Seite von der Fritz-Walter-Stiftung, in der ich im Beirat seit der Gründung 1999 Mitglied sein darf, weitergeführt. So haben wir massgeblich bei der Gründung der Jenö Buzánszky-Stiftung mitgeholfen. In 2010 haben wir den Bau eines Kleinspielfeldes in Dorog, Buzánszkys Heimatstadt, massgeblich mitfinanziert.»
(MwSt.-pflichtig)

Anbieter

Rapp Auktionen

Saalauktion VERKAUFT

Zuschlag (ohne Gewähr):

9000.00 SFr

: Rapp Münzauktion 2011 - Los 9076-A2011-163: Rapp Münzauktion 2011 - Los 9076-A2011-163: Rapp Münzauktion 2011 - Los 9076-A2011-163
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Ende der Gebotsabgabe:

21.11.2011

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Aktuelle Auktionszeit:  23.02.2012 - 06:24 Uhr MET